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Dezember 2016

26. Oktober 2016, 300m über Zürich.

  • 15 Handschuhpaare
  • 12 Staubmasken
  • 12 Neoprenanzüge
  • 7 Surfbretter
  • 4 Taucherbrillen
  • 1 Werkzeugkoffer
  • viel Sonnencrème

Das Flugzeug beschleunigt in der Kurve gen Süden. Nach 7 Flugstunden und 8 Stunden Wartezeit am Barajas Flughafen in Madrid, landen wir in Dakar. Feuchtwarme Luft steigt uns durch die Luke entgegen. Beim Anstehen fürs Visum läuft der Schweiss. Das Gepäck ist alles angekommen. Für den offiziellen Stempel im Pass wird nur eine Adresse der Unterkunft benötigt. Wir treten nach draussen und bestellen ein Taxi, das uns die 8 Minuten Fahrt zum Hotel fährt. In den nächsten 3 Monaten werden wir dieses Hotel renovieren.

Wir sind zurück im Senegal. Elias Gafafer und ich. Der Abschied von meiner Freundin Salome fiel mir schwer. Über die Zeit bis im Februar werden uns mehr als zwanzig Gäste aus der Schweiz besuchen. David, ein Freund der gerade seine Lehre als Stromer beendet hat, hilft uns beim Umbau des Hauses. Fabian, ein Freund von Elias unterstützt uns als Hilfsarbeiter. Eine Malerin, ein Polier und ein Schreiner werden später hinzustossen. Gemeinsam wollen wir die alte Herberge renovieren. Ich werde mit der Hilfe von Joseph, unserem Juristen, das Gesuch um einen offiziellen Handelsregistereintrag für den Hotelbetrieb einreichen, Arbeitsverträge mit den neuen Mitarbeitern aushandeln und Beziehungen mit den Quartierchefs und Beamten aufbauen. Zudem werden wir Surfen, Schnorcheln und die Inseln Dakars erkunden.

Der Hauskauf im Februar war eine Mutprobe. Das Haus, welches ich kaufte, liegt in einem traditionellen senegalesischen Dorf, wo Grundstücke noch nicht im Grundbucheintrag registriert sind. Meine einzige Sicherheit beim Kauf war das Versprechen des Verkäufers, uns das Haus zu überlassen. Wir verliessen das Land ohne das Dokument offiziell beglaubigt zu haben. Ich rang mit Gott im Gebet und durch Fasten. Ich fragte Gott verzweifelt nach einer Antwort, ob es richtig sei das Haus zu kaufen. Ich hörte keine Antwort. Das Haus kaufte ich dann trotzdem. Nach meiner Rückkehr in die Schweiz flogen mir dann alle notwendigen Dokumente eines legalen Hauskaufs nach und nach in die Hände. Autorisierter Kaufvertrag. Vermessungsdaten für den Grundstückplan. Gesuch für die staatliche Registrierung. Arbeitsverträge. Obwohl ich keine Antwort hörte, redete Gott trotzdem. Das einzige was Gott brauchte war meine Bereitschaft. Danke fürs Beten. Derzeit beschäftigen wir uns mit dem offiziellen Besitzrecht gegenüber den staatlichen Behörden, der Autorisierung des Hotelbetriebs nach senegalesischem Recht und einer langfristigen Aufenthaltsbewilligung.

Unser Team ist gewachsen. Salomon und Arnold heissen unsere neuen Mitarbeiter. Salomon wurde vom Wächter zum Verwalter befördert und Arnold ist ein temporärer Hilfsarbeiter, der uns beim Umbau unterstützt. Joseph unser Rechtsberater und Marie Madleine unsere Putzfrau, (die im letzten Rundbrief noch Mariam hiess,) arbeiten weiterhin mit uns im Team. Zusammen mit Samuel Gafafer haben wir das definitive Logo und die Website designt, welche Niklas Tidbury eingerichtet hat. Salome wird uns über Weihnachten besuchen. Zusammen mit ihr werden 13 weitere Freunde eintreffen. Zurzeit sind wir vier Schweizer und fünf Mitarbeiter. Wir sind äusserst positiv von der Arbeitsmoral unserer Angestellten überrascht. Salomon öffnet die Tür für Reisende, führt Gäste in die Zimmer ein und kassiert das Geld. Arnold leitet den Abbruch und hilft uns mit der Beschaffung von Werkzeugen. David, Fabian und Elias hämmern mit Hammer und Meissel die alten Plättchen weg, tragen den Schutt nach draussen, töten Kakerlaken mit Deo und Feuerzeug, leeren die Kanalisation und spielen dann am Abend um die Wette. Die Stimmung ist gut. Wir können für so vieles dankbar sein. Wir essen in senegalesischen Restaurants und sind auch schon zur Insel gepaddelt, um dort zu surfen und Fruchtsaft zu trinken. Uns geht’s gut.

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Einige Mauern müssen neu aufgerichtet werden, denn das Haus ist mehr als 50 Jahre alt. Wir werden eine der beiden Küchen zu einer Kindertagestätte umbauen. Die Kanalisation unter dem Haus bereitet uns einige Sorgen, denn die Installationen sind sehr alt und halten die Wände feucht. In der Küche werden wir zwei grosse Waschbecken installieren und viel Ablageflächen mauern. Zudem wollen wir uns einen Kühlschrank und eine Kühltruhe kaufen. Vielleicht werden wir auch die Zimmer neu streichen und neue Plättli verlegen, falls wir genügend Zeit und Finanzen haben. Wir sind alle jung und befinden uns noch in der Ausbildung. Was wir in unserer Freizeit auf dem Bau verdient haben, ist bald aufgebraucht. Der gesamte Umbau wird um die 60000 schweizer Franken kosten. Die dringenden Arbeiten am Mauerwerk, Stromnetz und der Wasserversorgung belaufen sich auf 16 720 Franken.

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Unsere Vision folgt einem klaren Ziel. Gemeinsam mit den senegalesischen Angestellten und unseren schweizer Freunden wollen wir den Menschen von der Liebe von Jesus erzählen. Unser Leben soll Andersgläubige herausfordern. In unserem Quartier und im ganzen Land regiert der Islam. Es gibt viele Strassenkinder, die in Koranschulen leben und den ganzen Tag betteln müssen, um ihre Lehrmeister bezahlen zu können. Gemeinsam mit meiner Freundin möchten wir in unserem Hotel eine Kindertagestätte für diese Strassenkinder eröffnen. Wir wollen den Strand säubern. Menschen von der Hoffnung erzählen und mit unserer ganzen Kraft gegen Armut kämpfen. Wir möchten dass das Quartier Ngor erblüht. Wir wollen dass Menschen frei von religiösen Zwängen und pessimistischen Gedanken werden. Wir wollen Gottes Wirken im Senegal sehen. Unser Hotel ist ganz Gott gewidmet und all unsere Arbeit soll Ihm zur Ehre dienen.

Manche Tage sind richtig anstrengend. Wenn nach den Arbeiten an der alten Kanalisation mit zwanzigtausend Kakerlaken die Wäscheleine zusammenbricht, Wasser aus der Wand spritzt, die Wasserpumpe nicht mehr funktioniert, die Gäste des Hotels darum kein Wasser haben, der Strom komplett ausfällt, Menschen in unserer Umgebung nach ärztlicher Versorgung fragen, der Sicherungskasten nach verbranntem Plastik riecht, der Fisch im Essen aus Gräten besteht, die Telefonverbindung zu unseren Freunden in die Schweiz nicht funktioniert, der Stau zu den Verwaltungsstellen mehr als zwei Stunden dauert, die Haare salzig, die Füsse sandig und die Kleider verschwitzt sind und die meisten von uns immer noch kein Wort in Wolof verstehen, …

… dann, DANN, wollen wir Jesus Danke sagen für das Abenteuer in dem wir leben. Es ist schön zu wissen, dass wir etwas Sinnvolles tun. Besser ist es noch zu wissen, dass Gott unsere Kraft ist. Denn ich bin schwach. Meine Gedanken sündig. Meine einzige Kraft ist Gott. Er ist meine Hoffnung und mein Ziel. Jesus ist für mich der richtige Weg und meine Rettung. Er ist mein bester Freund und ich möchte ihm mein Leben geben, wie er sein Leben zuerst gegeben hat.

Bis im Februar 2017 werden wir hier überwintern. Dieser Newsletter wird nun in kürzeren Abständen folgen. Bitte fragt uns was euch interessiert, damit wir es euch persönlich oder im nächsten Newsletter schreiben können.

Übrigens: Die Nierensteine sind weg. Bei einer Nachkontrolle nach der stationären Behandlung sah der Urologe immer noch grosse Steine, die auf dem Bildschirm des Ultraschallgeräts einen klaren Schallschatten warfen. Schockiert packte ich meine Sachen für fünf weitere Tage Spitalaufenthalt. Im Spital musste dann auch der dritte Facharzt bestätigen, dass doch tatsächlich alle Steine verschwunden sind. Einfach so. Danke fürs Beten. Ich ging wieder nach Hause.

Wir danken euch für eure Gebete und die Gespräche, die uns immer wieder ermutigen.
Bis zum nächsten Schreiben wünschen wir euch Gottes Segen

Elias, Salome und Silas

Hotel Niokobokk | Petit Ngor | Dakar
info@niokobokk.ch | www.niokobokk.ch
IBAN: CH74 8102 3000 0027 5281 3

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Gebet

Bitte betet für

  • unsere Mitarbeiter, Gäste und Freunde, die in unserem Hotel hausen. Bitte betet für das Quartier.
    Bitte betet dass Menschen frei von Sünden werden. Dass Menschen den Glauben an Jesus finden. Armut hinter sich lassen. Echte Freude finden.
  • die Beziehungen im Team
  • Sicherheit auf der Baustelle und Bewahrung vor Krankheiten

Eine Liste der Gebetsanliegen, die erhört wurden

  • Alle Angestellten arbeiten äusserst tatkräftig mit
  • Das Geld, welches vom Mai bis im Oktober eingenommen wurde, reichte aus um alle Löhne, Strom- und Wasserrechnungen rechtzeitig zu bezahlen. Unser Hotel generierte einen kleinen finanziellen Gewinn
  • Die Angestellten essen und beten mit uns. Wir teilen unser Leben
  • Bis anhin sind noch keine grösseren Unfälle passiert
  • Wir mögen unsere Nachbarn und sie mögen uns
  • Viele der Nachbarn möchten bei uns arbeiten · Uns geht es gesundheitlich sehr gut
  • Die legalen Dokumente und rechtlichen Schritte laufen besonders gut
2017-09-15T13:26:16+00:0015 Dezember 2016|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Martina Schiess Dezember 31, 2016 um 12:45 pm Uhr - Antworten

    Was ich lese fasziniert mich. Nicht nur weil ich Hotelerie studiere und gern surfe, sondern mit welcher Passion und Eigeninitiative ihr dran geht. Ein Besuch bei euch wurde kurzum in meiner ToDo Liste vermerkt. Weiter so, vielleicht bis bald. Stay blessed, Martina

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